Beheben der Fehlercodes in der Meldung „Diese Verbindung ist nicht sicher” auf sicheren Websites

Auf Websites, die eigentlich als sicher gelten (das sind Websites, deren URLs mit „https://” beginnen), überprüft Firefox das von der Website herausgegebene Zertifikat auf dessen Gültigkeit. Falls das Zertifikat nicht verifiziert werden kann, weist Firefox die Verbindung zur Website zurück und zeigt stattdessen eine Seite mit der Fehlermeldung „Diese Verbindung ist nicht sicher“„Warnung: Mögliches Sicherheitsrisiko erkannt“.

Dieser Artikel beschreibt, warum Sie in einer Fehlermeldung den Fehlercode SEC_ERROR_UNKNOWN_ISSUER, MOZILLA_PKIX_ERROR_MITM_DETECTED oder ERROR_SELF_SIGNED_CERT sehen und wie Sie dieses Problem beheben können.

Was bedeuten diese Fehlercodes?

Während Firefox eine sichere Verbindung zu einer Website aufbaut, muss diese ein Zertifikat einer vertrauenswürdigen Zertifizierungsstelle vorweisen, um sicherzustellen, dass die hergestellte Verbindung verschlüsselt und der Benutzer mit der beabsichtigten Website verbunden ist.

Falls Sie auf einer Seite mit der Fehlermeldung „Diese Verbindung ist nicht sicher“„Warnung: Mögliches Sicherheitsrisiko erkannt“ nach einem Klick auf Erweitert den Fehlercode SEC_ERROR_UNKNOWN_ISSUER oder MOZILLA_PKIX_ERROR_MITM_DETECTED sehen, bedeutet dies, das bereitgestellte Zertifikat wurde von einer Zertifizierungsstelle ausgestellt, die Firefox nicht kennt und dem deshalb standardmäßig nicht vertraut werden kann.
SEC_ERROR_UNKNOWN_ISSUER - Diese Verbindung ist nicht sicher Fehlercode Mögliches Sicherheitsrisiko erkannt fx66 win

Die Fehlermeldung wird auf mehreren sicheren Seiten angezeigt

Wenn Sie diese Fehlermeldung auf mehreren voneinander unabhängigen Websites sehen, ist es ein Indiz dafür, dass auf Ihrem System oder Netzwerk versucht wird, ein ungültiges Zertifikat einzuschleusen, das von Firefox nicht akzeptiert wird. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um Antivirenprogramme, die sichere Verbindungen überprüfen, oder um Schadsoftware, die das Originalzertifikat durch ein eigenes – ungültiges – Zertifikat ersetzt. Besonders der Fehlercode MOZILLA_PKIX_ERROR_MITM_DETECTED deutet darauf hin, dass Firefox ein Abfangen der Verbindung erkennt.

Antivirenprogramme

Antivirenprogramme von Drittanbietern können Störungen mit sicheren Verbindungen in Firefox verursachen. Wir empfehlen Ihnen, die Software des Drittanbieters zu deinstallieren und die Sicherheitssoftware zu verwenden, die von Microsoft für Windows zur Verfügung gestellt wird:

Wenn Sie Ihre Drittanbietersoftware nicht deinstallieren möchten, versuchen Sie eine Neuinstallation, damit das Programm seine eigenen Zertifikate wieder in den vertrauenswürdigen Bereich von Firefox speichert.

Nachstehend finden Sie alternative Lösungsvorschläge für häufig verwendete Sicherheitsprogramme:

Avast/AVG

In Sicherheitsprogrammen von Avast oder AVG können Sie die Überwachung von sicheren Verbindungen deaktivieren:

  1. Öffnen Sie die Übersichtsseite von Avast oder AVG.
  2. Gehen Sie zu Menü und klicken Sie auf EinstellungenSchutzWichtigste Schutzmodule.
  3. Scrollen Sie hinunter zum Abschnitt „Einstellungen des Schutzmoduls konfigurieren” und klicken Sie auf Web-Schutz.
  4. Entfernen Sie das Häkchen neben der Einstellung HTTPS-Scanning aktivieren.
    In älteren Produktversionen finden Sie diese Einstellung im MenüEinstellungenKomponenten. Klicken Sie dort neben Web-Schutz auf die Schaltfläche Anpassen.

Weitere Informationen erhalten Sie auf dieser Supportseite von Avast und im englischsprachigen offiziellen Avast-Blog.

Bitdefender

In Bitdefender-Sicherheitsprogrammen können Sie die Überwachung von sicheren Verbindungen deaktivieren:

  1. Öffnen Sie die Übersichtsseite von Bitdefender.
  2. Klicken Sie auf Schutz und im Abschnitt Online-Gefahrenabwehr auf Einstellungen.
  3. Deaktivieren Sie die Einstellung Verschlüsselter Web-Scan.
    In älteren Produktversionen wird diese Einstellung als SSL scannen bezeichnet. Sie finden diese unter Module anzeigenInternet-Schutz.

Im Produkt Bitdefender Antivirus Free ist es nicht möglich, diese Funktion zu steuern. Wenn Sie Probleme beim Zugriff auf sichere Websites haben, können Sie stattdessen versuchen, Bitdefender über die Systemsteuerung mithilfe der englischsprachigen Anleitung zu reparieren oder zu entfernen.

Für unternehmensübergreifende Bitdefender-Sicherheitsanwendungen erhalten Sie weitere Informationen auf der englischsprachigen Bitdefender-Hilfeseite.

BullGuard

In BullGuard-Sicherheitsprogrammen können Sie die Überwachung von sicheren Verbindungen auf bestimmten populären Websites wie Google, Yahoo und Facebook deaktivieren:

  1. Öffnen Sie die Übersichtsseite von BullGuard.
  2. Klicken Sie auf Einstellungen und wechseln Sie rechts oben zur Ansicht Erweitert.
  3. Klicken Sie auf die Einstellungen AntivirusSicheres Surfen.
  4. Deaktivieren Sie die Option Sichere Suchergebnisse anzeigen für jene Websites, auf denen die Fehlermeldung angezeigt wird.

ESET

In ESET-Sicherheitsanwendungen können Sie versuchen, die SSL/TLS-Protokollfilterung kurzzeitig zu deaktivieren, um sie danach wieder zu aktivieren oder die Untersuchung von SSL-Verbindungen ganz zu unterbinden, wie es im Hilfeartikel von ESET beschrieben wird.

Kaspersky

Betroffene Nutzer von Kaspersky-Produkten sollten ihr Sicherheitsprogramm auf die neueste verfügbare Version aktualisieren, denn Versionen ab Kaspersky 2019 enthalten bereits Maßnahmen zur Vermeidung dieses Problems. Anwender mit einem gültigen Kaspersky-Abonnement können mithilfe der „Update"-Links auf dieser Download-Seite von Kaspersky kostenlos die aktuelle Version installieren (upgrade).

Ansonsten können Sie die Überwachung von sicheren Verbindungen mit diesen Schritten deaktivieren:

  1. Öffnen Sie die Übersichtsseite von Kaspersky.
  2. Klicken Sie unten links auf Einstellungen.
  3. Klicken Sie auf Erweitert und danach auf Netzwerk.
  4. Wählen Sie im Abschnitt Untersuchung von sicheren Verbindungen die Option Sichere Verbindungen nicht untersuchen und bestätigen Sie die Änderung.
  5. Starten Sie Ihr System anschließend neu, damit die Änderung wirksam wird.

„Family Safety”-Einstellungen bei Windows-Konten

Bei Windows-Konten, die mit Family Safety-Einstellungen gesichert wurden, können sichere Verbindungen bei bekannten Websites wie Google, Facebook und YouTube überwacht werden, indem die Zertifikate dieser Websites von Microsoft ersetzt wurden, um den Suchverlauf zu filtern und aufzuzeichnen.

Auf der Microsoft-Seite Häufig gestellte Fragen erfahren Sie, wie Sie Family Safety für Windows-Konten deaktivieren können. Im Hilfeartikel von Microsoft erfahren Sie, wie Sie die benötigten Zertifikate manuell für Windows-Konten installieren können.

Überwachung/Filterung in Firmennetzwerken

Einige Programme zur Überwachung/Filterung des Internetverkehrs in Firmennetzwerken können Fehlermeldungen auf HTTPS-Seiten auslösen, indem sie die Website-Zertifikate durch ihre eigenen ersetzen.

Falls Sie der Meinung sind, dass dies Ihr Problem verursacht, kontaktieren Sie bitte Ihre IT-Abteilung, um die korrekte Konfiguration von Firefox in dieser Netzwerkumgebung zu erfragen, da unter Umständen zuerst das eingesetzte Zertifikat als vertrauenswürdig markiert werden muss. IT-Abteilungen erhalten weitere Informationen zur Vorgehensweise auf dieser englischsprachigen Wiki-Seite von Mozilla.

Schadprogramme

Schadprogramme, die den Internetverkehr von sicheren Verbindungen abfangen, können ebenfalls eine Fehlermeldung verursachen. Wie Sie gegen dieses Problem vorgehen können, erfahren Sie im Artikel Von Malware verursachte Firefox-Probleme beheben.

Die Fehlermeldung tritt nur auf einer bestimmten Website auf

Wenn diese Fehlermeldung nur auf einer bestimmten Website auftritt, ist dies ein Indiz dafür, dass der Internetserver nicht richtig konfiguriert wurde. Falls diese Fehlermeldung jedoch auf einer bekannten Website wie Google, Facebook oder bei Online-Banking angezeigt wird, sollten Sie mit den zuvor beschriebenen Schritten fortfahren.

Zertifikate, die von einer zu Symantec gehörenden Zertifizierungsstelle ausgestellt wurden

Nach mehreren Unregelmäßigkeiten mit Zertifikaten, die von Symantec-Root-Zertifizierungsstellen ausgestellt wurden, entziehen einige Browser-Anbieter (auch Mozilla) in ihren Produkten diesen Zertifikaten schrittweise das Vertrauen. In einem ersten Schritt wird Firefox 60 allen Zertifikaten nicht mehr vertrauen, die unmittelbar oder mittelbar von einer zu Symantec gehörenden Zertifizierungsstelle ausgestellt wurden (einschließlich aller Symantec-Marken GeoTrust, RapidSSL, Thawte und VeriSign) und deren Veröffentlichung vor dem 1. Juni 2016 liegt. In Firefox 63 wird dieser Vertrauensentzug unabhängig vom Ausstellungsdatum auf alle Symantec-Zertifikate ausgeweitet.

Die Fehlermeldung lautet meistens MOZILLA_PKIX_ERROR_ADDITIONAL_POLICY_CONSTRAINT_FAILED, aber bei einigen Servern wird möglicherweise stattdessen SEC_ERROR_UNKNOWN_ISSUER angezeigt. Wenn Sie auf eine solche Website stoßen, sollten Sie in jedem Fall die Betreiber der Website kontaktieren und sie über das Problem informieren. Den Betreibern der betroffenen Websites empfehlen wir dringend, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um diese Zertifikate zu ersetzen.

Lesen Sie dazu auch den englischsprachigen Beitrag Distrust of Symantec TLS Certificates im Mozilla Security Blog.

Fehlende Zwischen-Zertifikate

Auf einer Webseite mit einem fehlenden Zwischen-Zertifikat sehen Sie folgende Fehlerbeschreibung, wenn Sie auf der Fehlerseite auf die Schaltfläche Erweitert klicken:

Dem Zertifikat wird nicht vertraut, weil das Aussteller-Zertifikat unbekannt ist.
Der Server sendet eventuell nicht die richtigen Zwischen-Zertifikate.
Eventuell muss ein zusätzliches Stammzertifikat importiert werden.

Das Website-Zertifikat wurde nicht von einer vertrauenswürdigen Zertifizierungsstelle ausgestellt und die Zertifikatskette zu einer vertrauenswürdigen Zertifizierungsstelle konnte ebenfalls nicht nachgewiesen werden (ein sogenanntes „Zwischen-Zertifikat” fehlt).
Sie können überprüfen, ob eine Seite richtig konfiguriert ist, indem Sie deren Adresse in ein Test-Tool wie SSL Labs eingeben. Falls als Resultat "Chain issues: Incomplete" ausgegeben wird, fehlt ein passendes Zwischen-Zertifikat. Kontaktieren Sie die Betreiber der Website, um sie über diesen Fehler zu informieren.

Selbst signierte Zertifikate

Auf einer Website mit einem selbst signierten Zertifikat sehen Sie den Fehlercode ERROR_SELF_SIGNED_CERT und – nachdem Sie auf der Seite mit der Fehlermeldung auf die Schaltfläche Erweitert geklickt haben – folgende Fehlerbeschreibung:

Dem Zertifikat wird nicht vertraut, weil es vom Aussteller selbst signiert wurde.

Selbst signierten Zertifikaten, die von keinem vertrauenswürdigen Aussteller stammen, wird standardmäßig nicht vertraut. Vom Aussteller selbst signierte Zertifikate können Ihre Daten zwar abhörsicher machen, sagen aber nichts über die Identität der Gegenseite aus. Dies trifft oft auf Intranetseiten zu, die nicht öffentlich zugänglich sind – in diesem Fall können Sie die Warnung umgehen.

Die Warnung umgehen

Warnung: Sie sollten niemals eine Ausnahme für Zertifikate hinzufügen, die von einer größeren und bekannten Website oder von Kreditinstituten stammen – in diesem Fall liegt möglicherweise ein Kompromittierungsversuch der Verbindung durch Dritte vor.

Falls die Website es erlaubt, können Sie die Warnung umgehen und damit die Website besuchen, obwohl dem Zertifikat standardmäßig nicht vertraut wird:

  1. Klicken Sie auf der Warnseite auf die Schaltfläche Erweitert.
  2. Klicken Sie auf Ausnahme hinzufügen…. Der Dialog „Sicherheitsausnahme hinzufügen“ öffnet sich.
  3. Lesen Sie den Text, der die Probleme mit der Website beschreibt. Klicken Sie auf Ansehen…, um das Zertifikat zu sehen, dem nicht vertraut wird.
  4. Klicken Sie auf Sicherheitsausnahme bestätigen, falls Sie sich sicher sind, dass Sie der Website vertrauen wollen.
  1. Klicken Sie auf der Warnseite auf die Schaltfläche Erweitert.
  2. Klicken Sie auf Risiko akzeptieren und fortfahren.
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