Neue Funktionen für die Barrierefreiheit in Firefox 3

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Der folgende Artikel beschreibt neue Funktionen in Version 3.0 des Internetbrowsers Firefox und der Gecko-Plattform 1.9.



Unterstützung für IAccessible2 unter Windows

Die Gecko-Plattform unterstützt seit Version 1.9 IAccessible2.

IAccessible2 ist eine Erweiterung von Microsoft Active Accessibility, durch die Hilfstechnologien Zugriff auf erweiterte Attribute und Komponenten haben. Wenn Screenreader und andere Hilfstechnologien anfangen, IAccessible2 zu nutzen, wird folgendes ermöglicht:

  • Screenreader (Bildschirmlesegeräte) haben von nun an die Möglichkeit, Unterstützung für Rich-Text-Bearbeitung zu entwickeln. Alle Inhalte sind zusammen mit den Informationen Schriftart, Schriftgröße in Punkten, Farbwerte und Attributinformationen (beispielsweise "fett", "unterstrichen" oder "Rechtschreibfehler") verfügbar. Ein Beispiele dafür ist NVDA mit IBM Lotus Symphony (englisch; deutschsprachige Übersichtsseite: Lotus Symphony für Unternehmen).
  • Ermöglichung der Barrierefreiheit von ARIA-Regionen, sobald Screenreader diese unterstützen. Live Regions sind bestimmte Bereiche von Internetanwendungen, die sich selbst bei Hilfstechnologien "melden" können (dies reicht von sehr höflich und restriktiv bis hin zu sehr eindringlich). Dadurch wird die Benutzung von Internetanwendungen ermöglicht, die fast auf dem Level von Desktopanwendungen liegen. Ein Beispiel dafür ist die Benutzung von Google Reader mit der Bildschirmlese-Erweiterung Fire Vox für Firefox.
  • Ermöglichung voller Barrierefreiheit für Windows-Screenreader, die nicht mit dem Anzeigetreiber verbunden sind. Das bedeutet, dass Firefox auch von solchen Screenreadern voll genutzt werden kann, die von einem USB-Stick oder von CD-ROM ausgeführt werden und nicht weiter mit dem Betriebssystem verknüpft sind.
  • Ermöglicht alternativen Eingabegeräten, beispielsweise Dragon Naturally Speaking, alle eingebauten Basisfunktionen zu benutzen wie z.B. "Auswahl durch Sprache" ("select what you say").


Unterstützung für ATK/AT-SPI unter Linux

Die Plattform Gecko 1.9 unterstützt nun das Gnome Accessibility Toolkit/Assistive Technology Service Provider Interface (AT-SPI). Dadurch werden die nachfolgenden Versionen von Firefox, Thunderbird, Sunbird und SeaMonkey, die auf Gecko 1.9 aufbauen, auch am Gnome-Desktop unter Linux barrierefrei. Screenreader wie beispielsweise Orca oder alternative Eingabeprogramme wie beispielsweise Jambu können nun noch mehr Personen helfen, Firefox zu benutzen. Außerdem erhalten dadurch Anwendungen wie beispielsweise der Medienspieler Songbird volle Barrierefreiheit, sobald sie auf Gecko 1.9 übertragen wurden. Wenn sich Entwickler an den Richtlinien für die XUL-Barrierefreiheit orientieren, kann die Barrierefreiheit sofort hergestellt werden.


Verbesserte Unterstützung für die ARIA-Spezifikation

ARIA (Accessible Rich Internet Application) wird möglicherweise 2010 eine offizielle W3C-Spezifikation. Mit ARIA können Entwickler von Internetanwendungen vollwertige, visuell ansprechende Internetapplikationen entwerfen, die mit nur wenig zusätzlichem Aufwand barrierefrei werden. Das Dojo-Toolkit 1.0 ist ein Satz von JavaScript-Widgets und unterstützt ARIA und kann daher mit Firefox 3 und Screenreadern, die Barrierefreiheit unterstützen, genutzt werden.


Kompletter Zoom inklusive Bildern

Die Webseitenzoom-Funktion wurde verbessert und zoomt von nun an auch Bilder. Weitere Informationen finden Sie im Artikel Webseitenzoom.


Die Funktion "Fehlerhafte Website melden" hat nun eine Barrierefreiheitsoption

Die Funktion "Fehlerhafte Website melden" im Menü Hilfe wurde erweitert. Jetzt ist es auch möglich, Webseiten zu melden, die nicht barrierefrei sind. Auf einer nicht barrierefreien Seite fehlen beispielsweise Alternativtexte für Bilder, die Zoomfunktion ist eingeschränkt und anderes. Das Melden dieser Websites hilft den Erstellern der Seiten herauszufinden, wie viele Nutzer mit Bedarf an Barrierefreiheit die Seite besuchen. Dadurch werden den Webseitenerstellern Informationen gegeben, um ihre Webseite mit den nötigen Änderungen zur Barrierefreiheit zu überarbeiten.


Viele, viele Fehlerbehebungen

Natürlich gibt es auch überaus viele Fehlerbehebungen in Firefox 3, die das Browser-Erlebnis im Vergleich zu Firefox 2 noch verbessern. Probleme, wie beispielsweise inkonsistente oder fehlende Inhalte auf einigen Seiten und Probleme mit Seiten, die Framesets enthalten, wurden behoben.

Diese netten Menschen haben geholfen, diesen Artikel zu schreiben: ThomasLendo. Auch Sie können helfen – erfahren Sie, wie.